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30 Jahre Bräunlreiter

30 Jahre Bräunlreiter

Das Jahrhunderte alte Symbol des Bad Birnbacher Faschings

Seit 30 Jahren reitet Bernhard Baumgartner den Bad Birnbacher Faschingsbräunl. Damit hat er sich bereits jetzt einen Stammplatz in der Chronik des Vereins verdient, sicherlich aber auch einen Ehrenplatz, wenn es um den Erhalt des Jahrhunderte alten Brauchtums rund um den Bräunl geht – und das, obwohl der Bräunlreiter zünftig wie eh und je durch den Birnbacher Fasching reitet und mit dem Aufhören noch lange nichts im Sinn hat, wie es beim Inthronisationsball sehr zur Freude der Bad Birnbacher Faschingsfreunde den Worten von Präsident Josef Brunner zu entnehmen war.
Der heute bekannte Bräunl wurde um das Jahr 1820 angefertigt und 1988 von Grund auf restauriert. Er gilt als Symbolfigur des 1962 gegründeten Faschingsvereins. Seit 1976, als ein Hofstaat mit Prinzenpaar und Garde erstmals aufgestellt wurde, reitet er diesem voraus. Die Geschichte des Bräunl ist – wie auch die des Birnbacher Faschings – viel, viel älter. Schon in den 20er Jahren bis zu den Kriegswirren fanden in Birnbach große Faschingsumzüge statt. Vorher und dazwischen war der Bräunlreiter „solo“ und Triebfeder für das Faschingstreiben der Kinder am Ort. Nachts war er in den Wirtshäusern unterwegs, um das Haberngeld einzusammeln und es schnell wieder in Gerstensaft umzumünzen.
Entstanden ist der Bräunl aber bereits in der kargen und schweren Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg. Man brauchte etwas, um die Menschen wieder aus den Häusern zu locken, ganz bestimmt aber auch etwas, um ihnen nach vielen entbehrungsreichen und schicksalhaften Jahren wieder Zuversicht und Lebensmut zu geben. Namensgeber für den Bräunl war wohl das typisch braune Pferd aus der uralten und berühmten Rottaler Pferdezucht. Der Reiter trägt eine „Saubladern“, eine Schweinsblase, die an einem Stock angebunden ist. Was vor ein paar Jahrhunderten entstand, hat die Zeit überdauert. Noch heute reitet der Bräunl immer zur Faschingszeit fürs Haberngeld und muntert die Leute zum fröhlichen Treiben auf. Auf der Homepage des Faschingsvereins (www.bsv-badbirnbach.de) sind auch weitere Namen legendärer Bräunlreiter hinterlegt. Um 1830 waren es Anton Wimmer und Simmerl Lang, später um 1900 Karl Rosinger und 1920 dann Max Grasmeier. Ab 1945 finden sich Namen wie Alfons Wild und der legendäre Richard Jenke. In der Gründerzeit ritten Hans Geiginger, Georg Schwarzbauer, Klaus Hohn und Ignaz Baumgartner, Vater des heutigen Hofrittmeisters. Als die Garde gegründet wurde, waren es Richard Stauß, Georg Harbeck, Josef März und Franz Thalhammer. Auch Richard Stakewitz und Conny Braun ritten den Bräunl, ja sogar akademisch wurde es laut Homepage mit dem Bräunlreiter Dr. „Wodi“ Hartmann. In jüngerer Zeit ist noch Hans Geiginger jun. zu nennen. Allesamt haben sich um das Brauchtum verdient gemacht, jedoch bleibt die Leistung von Bernahrd Baumgartner einzigartig. Seine Ehefrau Simone hat der Bräunlreiter übrigens – wie sollte es anders sein – im Fasching kennengelernt. Weil sie ihren Bernhard Saison für Saison nach besten Kräften unterstützt, gab es einen großen Blumenstrauß für Simone Baumgartner aus den Händen von Präsiden t Josef Brunner. Und was Bernhard Baumgartner betrifft: Seit drei Jahrzehnten reitet er den Faschingsbräunl und ist kein bisschen müde, eben getreu dem Motto, das am Bräunlbrunnen auf dem Neuen Marktplatz verewigt wurde: „I führ die Maschkera ins Feld, zur Gaudi und ums Haberngeld“.

Bernhard Baumgartner reitet nun seit 30 Jahren den Faschingsbräunl. Dank galt Ehefrau Simone (Mitte), Gratulationen kamen vom scheidenden Prinzenpaar (von links) Julia III. und Frederik I. sowie von den neuen Tollitäten Laura I. und Tobias I. Foto: Gröll
Bernhard Baumgartner reitet nun seit 30 Jahren den Faschingsbräunl. Dank galt Ehefrau Simone (Mitte), Gratulationen kamen vom scheidenden Prinzenpaar (von links) Julia III. und Frederik I. sowie von den neuen Tollitäten Laura I. und Tobias I. Foto: Gröll.