Das Projektvorhaben „Regionales Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung der Niederbayerischen Thermengemeinschaft e.V.“ versteht sich als Implementierungsprojekt mit dem übergeordneten Ziel, über die Kurorte der Niederbayerischen Thermengemeinschaft – gemeinsam mit den Projektpartnern – ein Netzwerk der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF-Netzwerk) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem Landkreis Rottal-Inn aufzuspannen. Dazu werden gesundheitsförderliche kurortspezifische Programme zu entwickelt, die nötige BGF-Expertise in den Kurorten aufgebaut sowie ein BGF-Kompetenzzentrum in der Region implementiert. Am Projekt beteiligen sich neben der Niederbayerischen Thermengemeinschaft e.V. die Handwerkskammer Niederbayern- Oberpfalz, die BGF-Koordinierungsstelle Bayern1 sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung (IBE). Das Forschungsprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention über eine Laufzeit von 36 Monaten gefördert.
Die gesundheitsfördernden Programme, die spezifisch auf die Kernkompetenzen der jeweiligen Kurorte und Thermen ausgerichtet sind, verfolgen verhaltenspräventive Ziele. Das bedeutet, dass das individuelle Gesundheitsverhalten der Beschäftigten der am Projekt beteiligten KMU im jeweiligen Präventionsschwerpunkt (z.B. Bewegung, Ernährung) nachhaltig verbessert werden soll. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, durch die Initiierung und Verankerung von BGF/BGM sowie durch die Vermittlung des notwendigen Methodenwissens („Hilfe zur Selbsthilfe“) ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld in den KMU zu schaffen. Die Veränderungen nach der Implementierung von BGF und der Durchführung der Programme werden hinsichtlich gesundheits- und arbeitsspezifischer Parameter (z.B. Wohlbefinden, Arbeitszufriedenheit) wissenschaftlich untersucht.
Der jeweilige Kurort agiert bei diesem Konzept sowohl als regionaler Gesundheitsanbieter der gesundheits- förderlichen Programme am Kurort, als auch als Ansprechpartner bzw. „BGF-Lotse“ und Experte für die Umsetzung verhältnispräventiver Maßnahmen im jeweiligen Unternehmen. Dazu werden Gesundheitsmanager*innen geschult und eingesetzt. Um BGF in den Unternehmen zu etablieren werden sechs verschiedene Phasen durchlaufen, beginnend mit der Planungs- und Initiierungsphase, in der die Ziele und Wünsche der Unternehmen definiert werden. Darauf folgt eine Bedarfsanalyse mit den Beschäftigten, aus deren Ergebnisse relevante Themenfelder definiert bzw. Schwerpunkte gesetzt werden. Darauf aufbauend finden in der Konzeptionsphase Workshops im Unternehmen unter Beteiligung der Beschäftigten statt, um konkrete Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und deren Umsetzungsmöglichkeiten auszuarbeiten. Die gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen werden in den KMU in der Umsetzungsphase implementiert; interessierte Mitarbeitende haben darüber hinaus die Möglichkeit am zusätzlich angebotenen gesundheitsförderlichen Programm eines Kurortes des BGF-Netzwerks teilzunehmen. Die Programme am jeweiligen Kurort findet zeitlich parallel zu den Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung in den KMU statt. Die Umsetzungsphase in den KMU und an den Kurorten wird von einer kontinuierlich durchgeführten Evaluation begleitet, deren Erkenntnisse je Unternehmen in die Entwicklung einer Verstetigungsstrategie mit dem Ziel eingehen, BGF langfristig in den Unternehmen zu verankern.
Neben der Etablierung von BGF in den am Projekt beteiligten Betrieben wird der Aufbau eines BGF-Netzwerkes stattfinden, der das Ziel verfolgt auch über das Projektende hinaus KMU in der Region und BGF-Anbieter zu verknüpfen, sowie Erfahrungs- und Wissensaustausch zu fördern.
1 BGF-Koordinierungsstellen sind ein kassenartenübergreifendes Gemeinschaftsangebot der gesetzlichen Krankenkassen zur Beratung und Unterstützung von Unternehmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b Abs. 3 SGB V (KoopG Bund nach § 20b Abs. 3 SGB V)
| Jan. – Sept. 2024 | Vorbereitungsphase, Aufbau einer digitalen Netzwerkplattform und Entwicklung der Programminhalte in den Kurorten |
| Sept. 2024 – Jan. 2025 | Planungs- und Initiierungsphase: Rekrutierung von Unternehmen, Planungsgespräche und Informationsveranstaltung für Beschäftigte |
| Jan. – Mrz. 2024 | Bedarfsanalyse und Konzeptionsphase (Maßnahmenentwicklung in KMU) |
| Ab April 2025 | Umsetzungsphase: Implementierung der Maßnahmen in den KMU (Dauer 13 Monate) |
| Ab April 2025 | Umsetzungsphase: Programmteilnahme an den Kurorten: |
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April/Mai 2025 „Gesundheitswochen“ in den Kurorten |
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Juni 2025 – Mrz. 2026 Kurzeinheiten „GesundeAuszeiten“ in den Kurorten |
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April/Mai 2026 Auffrischungskurse „Refresherkurs“ in den Kurorten |
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| Bis Dez. 2026 | Evaluation, Entwicklung Verstetigungsstrategie, Nacherhebungen & Analysen |
| Kontinuierlich | Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung eines BGF-Netzwerkes aus den Kurorten, Unternehmen und weiteren BGF- Anbietern mit der Unterstützung der BGF- Koordinierungsstelle und der Handwerkskammer Niederbayern- Oberpfalz |
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Tel. 08563 5069497 (Montag bis Freitag von 8 - 17 Uhr)
oder per E-Mail bgf@thermengemeinschaft.de