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Bündnis für Streuobstwiesen geschlossen

Bündnis für Streuobstwiesen geschlossen

Bad Birnbach, der Landkreis Rottal-Inn und die Natursaftkelterei Wolfra wollen künftig eng zusammenarbeiten, um dem Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Der Kurort Bad Birnbach, der Landkreis Rottal-Inn und die Natursaftkelterei Wolfra haben eine enge Kooperation rund um das Thema Streuobstwiesen vereinbart. „Gerade im Landkreis Rottal-Inn unternehmen wir derzeit große Anstrengungen im ökologischen Bereich. Daher wollen wir gemeinsam diese nicht nur bei uns im Rottal landschaftsprägenden und wertvollen Biotope stärker in der öffentlichen Aufmerksamkeit verankern“, sagte Landrat Michael Fahmüller bei der Pressekonferenz im Bad Birnbacher Artrium.

Hintergrund des Bündnisses sind die vielen Streuobstwiesen im niederbayerischen Rottal, von denen die Natursaftkelterei Wolfra Äpfel bezieht. Insgesamt etwa 1.500 Obstbauern liefern den größten Anteil der rund 2.200 Tonnen Äpfel, die Wolfra jedes Jahr zu hochwertigen Fruchtsäften und Most verarbeitet.

Traditionelle Streuobstwiesen sind seit Jahrhunderten nicht nur prägend für viele Landschaften in Bayern. Sie sind auch – anders als etwa Apfel-Plantagen – wertvolle Biotope für viele Pflanzen, Tiere und Insekten. Diese Naturräume möchten die drei Partner nicht nur bewahren, sondern auch erlebbar machen für die Bewohner der Region und die Gäste im ländlichen Bad Birnbach.

Kern der Aktivitäten des Bündnisses ist eine rund 12.500 Quadratmeter große Streuobstwiese mit etwa hundert Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen, die sich mitten in Bad Birnbach befindet. Die Wiese ist im Zuge der Entwicklung von Bad Birnbach in den letzten Jahrzehnten bewusst als grüner Finger frei geblieben von jeglicher Bebauung. Mit Unterstützung des Pomologen Dr. Sebastian Grünwald, der seit Jahren die Kelterei Wolfra und ihre Obstbauern berät, wird diese Wiese nun ertüchtigt und durch Neupflanzungen ergänzt. Für Gäste in Bad Birnbach werden künftig alle vier Wochen Führungen auf der Streuobstwiese stattfinden, um auf ihren ökologischen Wert aufmerksam zu machen.


Termine für die Streuobstwiesenwanderungen sind:

  • Freitag, 14.06.2019 
  • Freitag, 12.07.2019
  • Freitag, 16.08.2019
  • Freitag, 13.09.2019
  • Freitag, 11.10.2019
       

Alle Wanderungen finden jeweils um 14.00 Uhr statt.


Außerdem ist die Seite www.streuobstwiesenwunder.de online gegangen, auf der es künftig einen Blog geben wird mit regelmäßigen Neuigkeiten aus dem Ökosystem der Bad Birnbacher Streuobstwiese.

Über die Wiese im Ortsgebiet von Bad Birnbach hinaus wollen die drei Kooperationspartner bei einer Reihe von Maßnahmen zusammenarbeiten, etwa bei gemeinsamen Markt- und Messeauftritten sowie Öffentlichkeits- und Marketing-Aktivitäten.

„Ich freue mich sehr, dass wir dieses wunderbare Thema für unsere Gäste, aber auch für alle Einheimischen mit Themenwanderungen und vielen anderen Aktivitäten erfahrbar machen. Wir haben als ländliches Bad seit jeher darauf geachtet, unsere Rottal Terme und die gesamte Kurortentwicklung gut in die gewachsene Kulturlandschaft zu integrieren. Es ist schön, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern einen wichtigen, für alle sichtbaren Impuls geben können“, sagte Bad Birnbachs Bürgermeister Josef Hasenberger. 

Landrat Michael Fahmüller brach eine Lanze für die Direktvermarkter, die die er große Chancen sah. „Das steigende Interesse an werthaltigen, regionalen Lebensmitteln hat den Säften aus heimischen Produkten wieder einen Markt geöffnet. Davon profitieren unsere Direktvermarkter und das ist auch gut so.“

Große Freude äußerte auch Hans Rieger, der als Vorstandsvorsitzender der Rottaler Obstverwertung eG mehr als 1500 Streuobstbauern in der ganzen Region vertritt.

Der Geschäftsführer von Wolfra Norbert Sima ergänzte: „Das Rottal mit seiner regionalen Landwirtschaft liefert uns seit vielen Jahren beste Äpfel. Unser Apfelsaft schmeckt deshalb so gut, weil die Früchte von alten Bäumen verschiedener Sorten auf Streuobstwiesen stammen. Uns ist es sehr wichtig, sie zu bewahren, und deshalb freue ich mich sehr, dass Wolfra bei dieser großartigen Initiative dabei ist.“