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Der Konzertchor hat seinen 30. Geburtstag gefeiert

31. März 2019

Der Konzertchor hat seinen 30. Geburtstag gefeiert

mit vielen Gästen, als Zuhörer und als Akteure gleichermaßen.

Der Reihe nach. Im Januar 1989 meldeten sich auf einen Presseaufruf hin „54 Damen und Herren aus Bad Birnbach und Umgebung und erklärten sich bereit, eine Chorgemeinschaft zu gründen“, heißt es in der Chronik des Klangkörpers. Kein geringeres Werk als das „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart hat man sich für das Jubiläum ausgesucht. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt war dafür der ideale Schauplatz. Für das große Ereignis wurde eigens ein Projektchor geformt, der neben dem Bad Birnbacher Konzertchor aus den Bennosingers aus München sowie aus Mitgliedern der Chorgemeinschaft Klingen, Obermauerbach und Obergriesbach bestand. Als Solisten konnte man Sopranistin Bettina Baumgartner -Geltl, Kaja Plessing (Alt), Tenor Bernhard Hirtreiter und Wolfgang Wirsching (Bass) gewinnen. Dazu gesellte sich das Freie Landesorchester Bayern, die Leitung oblag Anton Wiener.
Die Pfarrkirche war gut gefüllt, als Musikschulleiterin Piroschka Sztrokay das Mikrofon ergriff und die Anwesenden begrüßte. Dann aber hatten die Musiker das Sagen. Was folgte, war eine eindrucksvolle Darbietung. Zu Beginn wurde „Fratres“ von Arvo Pärt intoniert. Es handelt sich dabei um ein einsätziges Werk für Streichorchester und Schlagzeug. Doch dann ging es zur „Hauptsache“ an diesem Abend. Mozarts Requiem stand auf dem Programm.
„Requiem“ d-moll (KV 626) – so karg schaute die Ankündigung im Begleitheft aus. Freilich, Kenner wissen: Es handelt sich um ein symbol- wie schicksalsträchtiges Werk, das letzte große Werk, die letzte Nummer im 626 Einträge umfassenden „Köchelverzeichnis“. War es Mozarts eigene Totenmesse? Zufall oder Vorsehung? Wer weiß es schon. Sicher ist, dass der geniale Komponist alles in die musikalische Wagschale warf, um den Zuhörer mit dem Abgrund von Tod und Sterben, aber auch mit der Grundspannung des Lebens zwischen Leid und Glück, Verzweiflung und Hoffnung zu konfrontieren. Mozart selbst konnte das Auftragswerk nicht mehr fertig stellen. Sein eigener Tod holte ihn am 5. Dezember 1791 ein. Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayer gelang es schließlich, das Requiem entlang des skizzierten Material des Meisters zu vervollständigen. Nun, darüber gibt es in der Literatur dutzende Ausführungen und über die erwähnten Deutungen unterschiedlichste Ansätze. Deshalb zurück zum Konzertchor. Mit den Gastmusikern gelang dem Chor ein weiterer großer Erfolg. Am Ende gab es minutenlangen Applaus und Standing Ovations, die allen Beteiligten galten. Die komplette Besetzung – es waren mehr als 70 Sängerinnen und Sänger, vier Solisten und weit mehr als 20 Instrumentalisten – wurde vom Pulikum in der gut besuchten Pfarrkirche gefeiert und förmlich auf Händen getragen.
Gratulationen gab es in der Kirche und hinterher beim Empfang im Pfarrheim Bruder Konrad von Bürgermeister Josef Hasenberger. „Wir freuen uns, dass wir euch haben“, sagte er. Bad Birnbach sei stolz auf den Chor, der eine große Bereicherung des kulturellen Lebens darstelle. Ein Sonderlob gab es für Musikschulleiterin Piroschka Sztrokay und Michael Suttner, der sie als Stimmbildner bei der Leitung des Chores unterstützt. Eckard Lampe, Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule, freute sich ebenfalls. „Das war für uns alle ein Erlebnis“, betonte er. Zusammenhalten, zusammen singen – mehr wolle man gar nicht, freute er sich. Piroschka Sztrokay schließlich dankte der Marktgemeinde für die stete Unterstützung, auch bei diesem Chorprojekt. Im Pfarrheim Bruder Konrad wurde dann mit einem Glas Sekt auf den Erfolg angestoßen. Das Konzert gibt es übrigens noch einmal – in München in der Pfarrei St. Benno am kommenden Sonntag.
Unter den Gästen waren auch 2. Bürgermeister Franz Thalhammer, 3. Bürgermeisterin Dagmar Feicht, Ehrenbürger Hans Putz, Altlandrätin Bruni Mayer, Landkreis-Kulturbeauftragter Dr. Ludger Drost, Stefan Gruber von der Sparkasse Rottal-Inn und Albert Griebl von der VR-Bank.

Musikschulleiterin Piroschka Sztrokay leitete den Abend ein
Musikschulleiterin Piroschka Sztrokay leitete den Abend ein.
Hatte die musikalische Leitung und dabei alles im Griff: Anton Wiener
Hatte die musikalische Leitung und dabei alles im Griff: Anton Wiener.
Der Projektchor bestand aus dem Konzertchor Bad Birnbach, den Bennosingers aus München und der Chorgemeinschaft Klingen, Obermauerbach und Obergriesbach. Zu sehen sind auch Angehörige des Freien Landesorchesters Bayern
Der Projektchor bestand aus dem Konzertchor Bad Birnbach, den Bennosingers aus München und der Chorgemeinschaft Klingen, Obermauerbach und Obergriesbach. Zu sehen sind auch Angehörige des Freien Landesorchesters Bayern.
Sopranistin Bettina Baumgartner-Geltl
Sopranistin Bettina Baumgartner-Geltl.
Wolfgang Wirsching (Bass)
Wolfgang Wirsching (Bass).
Bernhart Hirtreiter (Tenor)
Bernhart Hirtreiter (Tenor).
Kaja Plessing (Alt)
Kaja Plessing (Alt).
Freuten sich über den riesigen Erfolg: Bürgermeister Josef Hasenberger (rechts) und Fördervereins-Vorsitzender Eckard Lampe
Freuten sich über den riesigen Erfolg: Bürgermeister Josef Hasenberger (rechts) und Fördervereins-Vorsitzender Eckard Lampe.