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Der Trabrennverein Pfarrkirchen feiert

Der Trabrennverein Pfarrkirchen feiert

125-jähriges Jubiläum

Ross und Rottal – diese beiden Begriffe gehören untrennbar zusammen. Wenn das klassische Rottaler Warmblut heute nur noch schwer zu finden ist, die Liebe zu den Pferden ist bis in die Gegenwart geblieben. Natürlich hatte das in früherer Zeit viel mit der Landwirtschaft zu tun, aber auch für Kutschen und Brauereien brauchte man die Rösser, ja selbst für die Kavallerie wurden sie eingesetzt. So oder so: Im Rottal und wohl auch weit darüber hinaus waren die „Rottaler“, die bereits im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt werden, wohl in jeder Lebenslage allgegenwärtig.

Es ist gut möglich, dass genau darin der Grund liegt, warum eine Umfrage der Königlichen Landesgestütsverwaltung München in Pfarrkirchen für besondere Furore sorgte. Was war passiert? Nun, zu Beginn des Jahres 1894 wollte eben diese Landesgestütsverwaltung wissen, ob sich niederbayerische Züchter für Leistungsprüfungen ihrer Zuchttiere interessieren. „Das Echo war auch in Pfarrkirchen so lebhaft, dass sich schon am 14. März 1894 eine ganze Reihe von Pferdezüchtern in Pfarrkirchen traf, mit dem Wunsch, alsbald einen Trabrennverein zu gründen“, schreibt Adolf Hochholzer in seinem Buch „Pfarrkirchen – Eine niederbayerische Kreisstadt“. Noch im Oktober des gleichen Jahres wurde zu einer konstituierenden Sitzung nach Landshut geladen. Landstallmeister Peter Adam wurde der erste Vorsitzende. Der Bau guter Rennbahnen im Rottal, in Landshut und später in Straubing wurde beschlossen, alle sollten eine Bahnlänge von 1000 Metern aufweisen. Jetzt ging es im Rottal Schlag auf Schlag. Die Kreisregierung genehmigte eine Geldlotterie zur Mitfinanzierung der Rennbahnen. Die Stadt Pfarrkirchen stellte auf Antrag von Bürgermeister Duschl das Kapital für den Bau der Rennbahn leihweise zur Verfügung. Der Rest ist Geschichte: In Pfarrkirchen steht heute Bayerns älteste Trabrennbahn, von der nicht wenige behaupten, es wäre auch knapp 125 Jahre später noch immer die schönste.

Freilich, die Vielzahl an Rennen früherer Tage findet heute nicht mehr statt, aber: Noch heute wird das Bayerische Zuchtrennen auf der Rennbahn ausgetragen. Seit 1934 gibt es dafür einen festen Termin, nämlich den Pfingstmontag und den darauf folgenden Dienstag. Dann herrscht in der niederbayerischen Kreisstadt heute noch eine besondere Atmosphäre. Selbst wenn sich die Zeiten gewandelt haben mögen: Nach wie vor ist der Dienstag nach Pfingsten ein zusätzlicher Feiertag für viele Rottaler, die an diesem Tag nur ein Ziel haben, nämlich die Rennbahn unweit der Rott.

Der Verein für Traber- und Warmblutzucht im Rottal e.V. mit Sitz in Pfarrkirchen feiert also in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen – Bayerns älteste Trabrennbahn ist exakt ein Jahr jünger. Die
Traditionsveranstaltung findet heuer am 10. und 11. Juni statt. Höhepunkt ist – wie seit 1934 Tradition – die Austragung des Bayerischen Zuchtrennens. Die Rennveranstaltung ist seit jeher mit sehr hohen Rennpreisen dotiert. Zum Jubiläum wurde noch einmal aufgestockt. Für die beiden Renntage insgesamt Rennpreise von über 130.000 Euro geplant. Rennbeginn ist an beiden Tagen um 14 Uhr Es werden an beiden Tagen je 12 Trabrennen ausgetragen. „Die absolute Fahrerelite ist in Pfarrkirchen am Start“, freut sich Geschäftsführer Uwe Enzinger. Spitzenpferde aus ganz Europa kommen nach Pfarrkirchen´. Auch für Besucher kann das Pfingstrennen zum lohnenden Ereignis werden, gibt es doch einen elektronischen Totalisator mit 30 Wettkassen und zudem mehrere Prämienausspielungen mit attraktiven Preisen. Der benachbarte Kurort Bad Birnbach und der Verein für Traber und Warmblutzucht e.V. haben sich zudem eine Besonderheit ausgedacht.

Am 6. Juni gibt es eine von Josef Kagerer geleitete Themenwanderung in Sachen Trabrennbahn Pfarrkirchen. Bei dieser Gelegenheit können Interessierte hinter die Kulissen schauen. Der Verein sorgt dafür, dass die Mutigen unter den Teilnehmern sogar eine natürlich von einem Profi begleitete Fahrt im Sulky auf Bayerns ältester Trabrennbahn unternehmen können. Anmeldungen unter T. 0 85 63.96 30 46 im Artrium oder unter www.badbirnbach.de

Seit 1934 herrscht an Pfingsten in der niederbayerischen Kreisstadt eine besondere Atmosphäre, wenn viele Rottaler nur ein Ziel haben: die Rennbahn unweit der Rott. - Stadtarchiv