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"Der Watzmann ruft...!"

"Der Watzmann ruft...!"

Ein Rustikal auf Birnbacher Art

Was für eine Premiere: Minutenlang feierte das Publikum die erste von fünf Aufführungen von „Der Watzmann ruft“. Das Rustical von Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz wurde freilich ganz auf Birnbacher Art gespielt. 

Ein eigener Projektchor wurde gegründet, dem eine wichtige Rolle zukam. Aber auch die Mädels vom Bayerbacher Chörlein und die Bayerbacher Perchten um Josef Schmalhofer waren am Ende aus dem Stück gar nicht mehr wegzudenken. Dem Münchner Musiker Christian Auer war es gelungen, all das zu einer Einheit zu schmieden. So, als ob er den „Watzmann“ - das Original ist übrigens bereits 1974 entstanden - noch einmal neu erfunden hätte. Dabei musste er mit minimalistischer Bühnenausstattung auskommen. Der Konzertflügel wurde zwischendurch zum Küchentisch umfunktioniert, als Kulisse diente eine „gmahde Wies“ und einem großen Watzmann-Bild im Hintergrund. 

Auf Händen getragen wurden auch die beiden Hauptdarsteller. Jürgen Fischer ist einem breiten Publikum aus dem Musical „Bodyguard“ bekannt, wo er eine Hauptrolle spielte. Außerdem wirkte er bei zahlreichen TV-Produktionen wie SOKO München oder Rosenheim Cops mit. Er hatte drei Rollen inne und spielte sowohl einen Knecht, als auch den Bauern und schlussendlich sogar die berüchtigte Gailtalerin. Auch der ausgebildete Tenor Benedikt Linus Bader – er studierte in Augsburg und Florenz - musste eine Doppelrolle meistern: als Knecht und als Bua. Das Chörlein spielte die Mägde, die Damen waren aber auch als Hexen und sogar gelegentlich als Rehe auf der Bühne zu sehen. 

Die Geschichte beginnt. Scheinbar friedlich sitzen der Bauer, sein Bua und die Mägde am Tisch – doch schon da bahnt sich der Machtkampf zwischen Alt und Jung an. Der Bauer behält mit aller Kraft die Oberhand und somit den großen Holzlöffel in der Hand. Doch dann kommt er, der Ruf des Watzmann. Der Schicksalsberg hat noch alle geholt, die er gerufen hat. Das Ringen beginnt, der Bauer versucht alles, um den Buam aufzuhalten. Doch spätestens, als dieser die personifizierte Versuchung trifft, ist alles zu spät. Die Gailtalerin hat noch allen den Kopf verdreht, und so nimmt das grausame Schicksal seinen Lauf. Freilich, ganz ernst gemeint war und ist der Watzmann nie. So blieb vor allem im ersten Teil des Stücks auch kein Auge trocken. Gänsehautmomente gab es auch reichlich, etwa als Christian Auer den Ambros-Klassiker „Abwärts und bergauf“ anstimmte. Und vor allem, als die Rottaler Habergoaß mit Hexn und Rauwuggln unter Trommelwirbel in den Saal kamen und auf der Bühne ihren Tanz darboten. Sie waren es auch, die am Ende des Stücks das Schicksal des „Buam“ besiegelten. 

Rockige Töne kamen von der Begleitband, die aus Frank Schimann, Matthias Elender, Alfons Hefter, Jochen Rössler, Markus Schlesag und Hans Maier von der Sing- und Musikschule bestand. 

Bürgermeister Josef Hasenberger dankte allen Mitwirkenden des Stücks, das einer langen Zeit der Vorbereitung bedurfte. Christian Auer holte am Ende neben allen Akteuren noch Veranstaltungsleiter Georg Friedenberger und vom Technikerteam Otto und Andreas Hölldobler auf die Bühne. Eine frenetisch vom Publikum eingeforderte Zugabe gab es auch in Form einer flotten Rock'n'Roll-Nummer. 

Herzlichen Dank für die zahlreichen Besucher. Wer weiß, vielleicht werden Sie die Rufe des Watzmanns auch nächstes Jahr wieder nach Bad Birnbach locken.

Gespenstisch: Perchten und Chörlein-Hexen auf der Bühne, die in Nebel und blaues Licht getaucht wird
Gespenstisch: Perchten und Chörlein-Hexen auf der Bühne, die in Nebel und blaues Licht getaucht wird.
Die Perchten besiegeln das Schicksal des Buam
Die Perchten besiegeln das Schicksal des Buam.
Aufi oder nit aufi: Diese Frage stellte sich der Bua
Aufi oder nit aufi: Diese Frage stellte sich der Bua.
Die Knechte geraten in Streit. Links Benedikt Linus Bader, daneben Jürgen Fischer
Die Knechte geraten in Streit. Links Benedikt Linus Bader, daneben Jürgen Fischer.
„Voda, Voda loß mi ziag'n,da Berg i muass eam unterkriag'n“ - die Auseinandersetzung zwischen Bua und Bauer wird intensiver, zum Leidwesen der Mägde
„Voda, Voda loß mi ziag'n,da Berg i muass eam unterkriag'n“ - die Auseinandersetzung zwischen Bua und Bauer wird intensiver, zum Leidwesen der Mägde.
Auch dem Projektchor verdreht die Gailtalerin den Kopf
Auch dem Projektchor verdreht die Gailtalerin den Kopf.