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Biberger Kapelle

Biberger Kapelle

Seit über 150 Jahren befindet sich die geräumige und freundliche Biberger Dorfkapelle an der Straßengabelung nach Urfar bzw. nach Malching.

Ihr Bestehen verdankt sie in erster Linie Josef Dobler, Wagner von Biberg und seiner Frau Maria, unterstützt von deren beiden ledigen Geschwistern Matthias und Elisabeth Steindl. Im Jahre 1863 fassten sie den Entschluss, für ihren Ort eine eigene religiöse Gedenkstätte zu errichten. Insbesondere wollten sie aber einen würdigen Platz schaffen für die dritte Segensstation der altehrwürdigen Servatiusprozession, welche bisher unter freiem Himmel östlich von Biberg am Waldsträßchen in den Osterhart postiert war.

Die Leitung über das gesamte Bauvorhaben übernahm Josef Dobler selbst. Michael Hellinger, ein überaus tüchtiger Vorarbeiter von Urfar, erstellte den Bauplan und führte auch die Mauererarbeiten aus. Das ganze Dorf half ihm eifrig durch Hand- und Spanndienste. Zimmerermeister Korbinian Baltinger aus Biberg fertigte den Dachstuhl, er schreinerte auch den für einen einfachen Handwerker sehr gefälligen Altar. Das Altarblatt mit der Darstellung „Maria mit dem Jesuskind“ sowie die beiden Seitengemälde mit den Eisheiligen St. Servatius (13. Mai) und St. Bonifatius (14. Mai), sind ein Werk des ausgezeichneten Eringer Künstlers Leopold Wolfanger sen., der auch das Hochaltarbild in St. Anna bei Ering gemalt hat. Die Darstellung der beiden Eisheiligen weist eindeutig auf den Zweck und die Ursache des Kapellenbaues hin.
Der durch zwei spitzbogige Fenster erhellte Kapellenraum wird durch ein Metallgitter aufgeteilt in Altarnische und geräumigen Betraum. In der Kapelle befindet sich eine von Dominik Dengl d. Ä. im Jahre 1937 geschnitzte Heldengedenktafel der Biberger Opfer des I. Weltkrieges.

Nach Fertigstellung im Jahre 1864 hat Pfarrer Johann B. Steindl, ein naher Verwandter der Kapellengründer, das neu errichtete Bethaus kirchlich benediziert.

Abgesehen von der Verwendung als dritte Segensstation beim Gang ums Korn, hielt man in der Kapelle öfters religiöse Andachten ab. Bei der Überführung von verstorbenen Dorfangehörigen bimmelte die kleine Glocke als letzter Gruß vom gezimmerten Türmchen über dem Eingang, das jetzt mit Kupferblech ummantelt ist.

Viele Jahre fristete die Kapelle weitgehend ein Mauerblümchendasein, bis sich Alois Schmelz jun., Schmiedesohn von Malching und Niko Gottschaller aus Gottschall ihrer annahmen und am 28. Oktober 2015 sogar käuflich erwarben. Die beiden möchten mit dem Erwerb des sakralen Kleinods dessen Bestand sichern und es wieder für die Bevölkerung zugänglich machen. Sie wünschen sich an ihrer „Herzblutkapelle“ eine Stätte der überkonfessionellen Zusammenkunft, die einladen soll zum Besinnen, Beten, Rasten, Ratschen, Brotzeitmachen oder auch mal zu einem kurzen Nickerchen.

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet

Karte

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