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Die vier Temperamente

Die vier Temperamente

Herr Neustifter erschuf die Badenden, denen er vier allegorischen Nymphen mit eigenen Charaktereigenschaften zuordnete. Die Sanfte, die Pfiffige, die Freche und die Frivole schuf er, in stilisiertem Wasser sitzend, aus Bronze.

Das ländliche Bad eilte in den späten 1970er-Jahren von Erfolg zu Erfolg. Das Konzept ging auf, der Kurort wuchs rasant und blieb dank der guten Vorarbeit aber trotzdem im vorgegeben Rahmen. Rückblickend darf man es sagen: Es war der breite Rücken, den die Politik hier bewahrte. Denn auf diese Weise widerstand man mancher Versuchung, doch die ein oder andere städtebauliche Sünde zugunsten einer vermeintlich noch besseren (will sagen kurzfristigen) Wirtschaftlichkeit zu opfern.
Ein bedeutender Meilenstein dieser Zeit war der Bau des Chrysantibades. Kaum drei Jahre waren vergangen, als der damalige ZV-Geschäftsleiter Hanns Weber einer interessierten Journalistin erzählte, dass das Hofbad, die "Urzelle" der Rottal Terme, nicht mehr in der Lage sei, alle Gäste aufzunehmen. Das Chrysantibad wurde gebaut. War das Hofbad mit einer kleinen, vom Licht durchfluteten Badehalle ausgestattet, hatte man sich für das Pendant etwas ganz anderes ausgedacht. Ein türkisches Bad sollte es werden, mit einer gewissen Mystik, und doch sollte die Badeanlage auch die Leichtigkeit des Seins wiedergeben.

Nun, es entstand die Chrysantibadehalle, die man vom großzügigen Freibereich und dem über 240qm großen Außenbecken nur erreicht, wenn man einige Stufen hinabsteigt. Die Badehalle war in rötlich-braunen Riemchenfliesen sehr dunkel gehalten, auch im zentralen achteckigen Becken mit der markanten Kuppel darüber. So ergab sich auch eine mystisch-dunkle Wasserfarbe. Um dieses zentrale Becken wurden vier Eckbecken angeordnet, die seinerzeit mit unterschiedlichen Wassertemperaturen von 28 bis 38 Grad ausgestattet wurden. Heute sind es übrigens einheitlich 36 Grad. Weil es aber diesen Unterschied gab, entstand auch beim Künstler Joseph Michael Neustifter ein Bild von vier unterschiedlichen Temperamenten, denen er vier allegorischen Nymphen mit eigenen Charaktereigenschaften zuordnete. Die Sanfte, die Pfiffige, die Freche und die Frivole schuf er, in stilisiertem Wasser sitzend, aus Bronze.
In Szene gesetzt werden alle vier Damen seit jeher vom Oberlicht, das aus der Kuppel in die Eckbecken fällt.

Wie es guter Brauch ist, gab es auch zur Einweihung der Badehalle eine ungewöhnliche Geschichte. Wassermusik wurde geboten, wobei die Musiker auf einem im Becken schwimmenden Floß saßen, das sich exakt so weit absenkte, dass es den Anschein erweckte, die Akteure würden auf dem Wasser schweben. Welche der vier Nymphen dieser Idee wohl Pate stand? Doch einen kleinen Haken hatte die Sache, wie Hans Putz, damals Bürgermeister und Mitinitiator der Rottal Terme, weiß: Mit Schaudern erinnere ich mich an den Programmpunkt, als die Streicher erstmals spielten und das Stück nach kurzer Zeit wegen der damals problematischen Akustik buchstäblich unterging.

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