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Filialkirche St. Margarethe

Filialkirche St. Margarethe

Die Huckenhamer Kirche ist eines der ältesten Baudenkmäler Niederbayern.

© Michael Smetanski

Aus Sicherheitsgründen ist die Margarethenkirche zu Huckenham zur Zeit leider nicht zugänglich.

Wer sich Bayerbach vom Westen her nähert, entdeckt schnell den uralten Kirchenbau mit niedrigem Turm und unverputztem Back- und Bruchsteinmauerwerk – das Margarethenkirchlein zu Huckenham. Die Huckenhamer Kirche ist eines der ältesten Baudenkmäler Niederbayern. Sie war bereits um 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente damals den „Edlen von Huginhem“ als Schlosskapelle. Aus dieser Zeit ist auch bekannt, dass es mit der Pfarrkirche von Birnbach vereinigt wurde. Zur Pfarrei Bayerbach, der es heute angehört, wechselte es erst 1897. Das heutige Aussehen des Gotteshauses wurde in den Jahren um 1450 wesentlich geprägt und unter Mitbenutzung der romanischen Bauelemente nach Osten erweitert sowie im gotischen Stil umgebaut. Auch mit dem heutigen Rippengewölbe soll es zu dieser Zeit versehen worden sein. Als romanische Bestandteile wurden die Südmauer mit ihren schießschartenähnlichen Fenstern, vielleicht auch die Nordmauer des Schiffs beibehalten. 1468 erfolgte die Einweihung der so umgebauten Kirche. Knapp 200 Jahre später, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, soll die Kirche von den Schweden in Brand gesteckt worden sein. Eine Inschrift am Bundwerk des Dachstuhls mit der Jahreszahl 1674 lässt auf einen Wiederaufbau zu dieser Zeit schließen. Der frühere spitze Turmhelm wurde durch eine barocke Haube ersetzt. Aus dieser Zeit, 1670 bis 1680, stammt der heutige Hauptaltar. Möglicherweise wurde der frühere gotische Altar durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Einzelne Figuren vom gotischen Altar schmücken weiterhin das Kirchlein und sind bis heute erhalten geblieben. Von einer gotischen Glasmalerei im Chorfenster, welche die heilige Katharina darstellt, ist heute leider nur noch eine Kopie erhalten, das Original wurde 1908 veräußert, für ganze 5 Mark. Auch eine spätgotische Madonna wurde 1908 verkauft, konnte aber wieder zurückgebracht werden. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Fortbestand des Kirchleins arg gefährdet. Zwar wurde es von der Säkularisation verschont, da es keinem Kloster zugehörte, jedoch brachte am 16. Juli 1806 ein Sturm die Kuppel des Kirchturms zum Einsturz. Da die Kirche aus den Ertragnissen des eigenen Vermögens nach Meinung des königlichen Rentamtes zu Griesbach für eine Reparatur des Turms nicht imstande gewesen wäre, beantragte es den Verkauf der Kirche. Weiter wurde festgestellt, dass das Kirchlein ganz entbehrlich und abzubrechen war. Da auch der Pfarrer der Mutterkirche Birnbach diesen Plänen zustimmte, schien der Abbruch besiegelt zu sein. Das Vermögen des Kirchleins wurde dem gänzlich mittellosen Pfarrgotteshaus zu Uttlau einverleibt. Am 28. April 1807 war es dann soweit. Das Kirchlein wurde für 110 Gulden an Pfarrer Norbert Pechmann von Uttlau versteigert, der das einzige Gebot abgegeben hatte. Gleichzeitig übernahm er damit die Auflage, die Kirche „zu demolieren“. Das Abbruchmaterial sollte zum Bau eines Schulhauses in Birnbach verwendet werden. Mit dem Tod von Pfarrer Pechmann, der, nie an einen Abbruch dachte, ging die Zeit der rechtmäßigen Besitzer der Kirche zu Ende. In der Folge kümmerte sich der damalige Mesner in vorbildlicher Weise um das Bauwerk. Er ließ auf eigene Kosten sogar ein Pflaster aus Sollnhofer Platten hineinverlegen. Die Turmspitze erhielt einen neuen Dachstuhl. Mit Schneidschindeln eingedeckt. Fünf Bauern aus der Umgebung kümmerten sich freiweillig um den Unterhalt, renovierten die Kirche im Jahre 1827, und ließen im Jahr 1838 sogar eine neue Glocke mit der Inschrift „S. Margaretha ora pro nobis – Der Gemeinde Huckenham gehörig“ gießen. Beide Glocken sind nicht mehr vorhanden. Sie fielen den Ablieferungen der Weltkriege zum Opfer. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wollte keiner für den Unterhalt des Kirchleins aufkommen, ja es wurde vielmehr als störend und überflüssig empfunden. So lehnten im Jahre 1910 die Nachkommen jener fünf Bauern, die im vergangenen Jahrhundert für das Kirchlein gesorgt hatten, jegliche Ausgaben zum Unterhalt ab. Der Verfall machte weitere Fortschritte, und nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges fand im Jahre 1914 das vorläufig letzte Messopfer statt. Viele Jahre war der Bau verschlossen und es trat eine unvorstellbare Verwahrlosung ein. In dieser Zeit kam der Abbruchgedanke erneut zum Tragen. Am 21. November 1922 beschloss die Kirchenverwaltung den Abbruch des altehrwürdigen Kirchleins. Doch am Streit um den Erlös aus dem Abbruch des Kirchleins, für das seit Jahren niemand mehr etwas tun wollte, sowie an der Regierung von Niederbayern, besonders aber dem Landesamt für Denkmalpflege, scheiterte dieses Vorhaben. Für die notwendigen Renovierungsarbeiten am Dach – nur ca. 700 Biberschwanzziegel waren dazu nötig – wollte allerdings niemand aufkommen. Mit einem Zuschuss des Kultusministeriums von 300 Goldmark konnten die wichtigsten Reparaturen ausgeführt werden und der Abbruch abgewandt werden. Ein Antrag auf Abbruch wurde 1931 nochmals gestellt. Die Gemeinde Bayerbach wollte aus dem Abbruchmaterial ein Leichenhaus bauen, doch auch diesen Angriff überstand das Kirchlein.

Nach dem Krieg konnte 1949 der damalige Kreisbaumeister und spätere Landrat Winkler einen Staatszuschuss zur Behebung der dringendsten Gebäudeschäden erwirken. Die Abbruchgespräche früherer Jahre waren zu dieser Zeit erneut in Fluß geraten. Ein Jahrzehnt später, in den Jahren 1957 bis 1960, wurde auf Initiative des damaligen Keisheimatpflegers Goller aus Bad Griesbach eine umfangreiche Instandsetzung durchgeführt. Der Turm erhielt einen neuen Dachstuhl mit Turmkreuz, Mauerrisse wurden ausgebessert und neu verputzt. In einem unvorstellbaren Zustand der Verwahrlosung befand sich der Innenraum. Die beiden Altäre und die Kanzel sowie die schönen Figuren aus der dritten Kunstepoche wurden neu gefasst, Türen, Chorgestühl und Orgelempore abgebeizt und renoviert. Schließlich wurde das Kirchlein mit einer neuen Glocke versehen. Am 25. November 1960 konnte die Glocke zum ersten Gottesdienst nach 25 Jahren rufen. In den nächsten Jahrzehnten bemühte sich der Trachtenverein um die Reinhaltung der Kirche. Doch der Zahn der Zeit nagte weiter an den alten Gemäuern. Um es vor dem erneuten Verfall zu schützen, entwickelte der Trachtenverein Bayerbach in den 80er Jahren die Initiative zur erneuten Renovierung. Mit bescheidenen Mitteln begann man die dringendsten Schäden zu beheben. Viele freiwillige Helfer opferten ihre Freizeit.

Patrozinium: 20. Juli

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