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Hofbauerkapelle

Hofbauerkapelle

Sehr geräumige Kapelle, eine neugotische Anlage mit langgezogenem Sechseck und zwei verlängerten Seiten, hatte ursprünglich ein Sternengewölbe.

Diese Dorfkapelle wurde im Jahre 1856 vom Unterhofbauer Michael Eichelsberger und vom Oberhofbauer Joseph Winklhofer auf Grund und Boden des Unterhofbauerngutes errichtet. Michael Eichelsberger wollte damit eine würdige Unterkunft für die ihm seit alters her zustehende Segensstation bei der großen Fronleichnamsprozession schaffen. Bei ihrer Erbauung stand sie noch einsam mitten in der Natur in der Flur Farchet. Heute führt die Schützenstraße vorbei, die bekanntlich die ehemalige Hofmark Malching mit Nündorf verbindet.

Zur Einweihung im Erbauungsjahr 1856 kam sogar der damalige Passauer Bischof Heinrich von Hofstätter eigens nach Malching. Er hatte im Gasthaus zur Post, mit dessen Besitzer Johann Nepomuk Aigner er seit Jahren freundschaftlich verbunden war, Quartier bezogen.

Die sehr geräumige Kapelle, eine neugotische Anlage mit langgezogenem Sechseck und zwei verlängerten Seiten, hatte ursprünglich ein Sternengewölbe. Auf dem mit Rokokoornamenten geschmückten Altar steht eine Madonna mit dem Jesuskind (beide mit Kronen und im Zopfstil sehr edel gehalten) und trägt eine große Weltkugel. Diese Statue war in der Pfarrkirche entbehrlich geworden und fand im Jahre 1929 in der Hofbauerkapelle einen würdigen Platz. Ein Ölgemälde links vom Altar aus der Barockzeit stellt Christus inmitten der armen Seelen als Sieger über den Tod dar. Von den Wunden Christi gehen fünf Blutströme nach unten zu den „Armen Seelen“. Ein Engel zieht einen der Verstorbenen nach oben. In der darunter befindlichen Abbildung aus dem Jahr 1900 übergibt Josef das von ihm gezimmerte Kreuz an den jungen Jesus. Rechts vom Altar hängt ein gerahmtes Bild (um 1900) der Erscheinung Mariens in Lourdes mit dem Spruch „Maria hat geholfen“.

Ein sehr gefälliges Metallgitter, geschmiedet im Jahre 1999 von Adolf Kugler aus Malching, trennt die Apsis (Altarnische) vom Betraum.

Links neben der Eingangstür befindet sich eine Statue der hl. Notburga (mit geschnitztem Kopf auf Büste, Unterkörper aus ölgesteiftem und werggefüttertem Stoff). Diese Figur wurde früher bei Prozessionen von Jungfrauen mitgetragen. Links davon befindet sich die Grabplatte von Margarethe Schanderl (* 1881 + 1965). Sie war die Schwester von Adolph Schanderl, langjähriger Pfarrer und verdienter Chronist unserer Heimatgemeinde, dem sie jahrzehntelang den Haushalt führte.

Ein fahrender Geselle hat einmal an ein Fenster der Kapelle den Spruch eingraviert: „Schön ist`s, wenn auf grüner Heide/ so ein Kirchlein ward gebaut/ denn der Geist des Menschen findet Weide/ wenn er Gottes Allmacht schaut!“

Viele Jahre war die Hofbauerkapelle dem Verfall preisgegeben und zeigte sich deshalb sowohl innen als auch außen in einem äußerst erbarmungswürdigen und desolaten Zustand. Bedingt durch den sumpfigen Untergrund bereiten die feuchten Mauerstellen in Bodennähe immer wieder kaum zu lösende Probleme.

Als die Gemeinde Malching im Jahre 1991 ein neues Baugebiet an der Schützenstraße erschloss, wurde sie auch Eigentümer dieses Bethauses. Der Gemeinderat erkannte sogleich, dass rasche Abhilfe Not tat und entschied sich im Verbunde mit dem Amt für Denkmalschutz für eine gründliche Sanierung. Bei den vielen umfangreichen Renovierungsmaßnahmen in den Jahren 1993 – 1995 half neben einigen Ortsvereinen auch eine große Anzahl von Malchinger Bürgern mit, die damit echte Dorfgemeinschaft bewiesen.

Quelle: Reinhard Fuchs

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet

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