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Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt, Langwinkl

Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt, Langwinkl

Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung zu Langwinkl ist eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen im Rottal.

Sie wurde vor über 300 Jahren, am 19. Mai 1686 eingeweiht. Damals dauerte es über 50 Jahre, bis das Gotteshaus erbaut war. Der Fund eines Marienbildes durch den stummen Schmiedesohn Johann Grienwald aus Salzburg auf der Höhe von Langwinkl steht am Anfang der Geschichte. Der von Geburt an stumme Grienwald weilte der Überlieferung nach im Jahre 1629 zu Kur- und Wallfahrtszwecken in der Rottaler Gegend. Dort fand er auf einer Anhöhe bei „Beuerbach“, damals einem prächtigem Edelsitz mit häufig wechselnden Herrschern, besagtes Marienbild, eine Darstellung der Heimsuchung Mariens. Um ein passendes Gestell zur Aufstellung des Bildes anfertigen zu lassen, ging er zu einem Zimmerer. Ein anderes Marienbild, eine Abbildung des berühmten Gnadenbildes aus der Kapelle Mariahilf zu Passau in der Wohnung des Zimmermeisters regte Grienwald zur Wallfahrt nach Mariahilf an. Nach zwei vergeblichen Wallfahrten zur Gnadenstätte konnte Grienwald nach seiner dritten Wallfahrt nach Passau im Jahre 1633 bereits einige Worte sprechen. Als er nach Bayerbach zurückkam, gewährte ihm der Besitzer von Beuerbach, von Eßwurm, etwa ein halbes Jahr lang Unterhalt, bevor Grienwald mit klarer Sprache zu Weihnachten desselben Jahres nach Passau zurückkehrte. Beim Dank für die Erlösung von seinem Leiden soll ihm die Muttergottes auf einem Mooshügel, ähnlich dem Langwinkl, erschienen sein. Diese Erscheinung regte ihn zum Bau einer Kapelle an diesem Ort an. Zudem wollte er sein weiteres Leben in der Einsamkeit der Kapelle verbringen. Zurückgekehrt nach Bayerbach erhielt Grienwald von Beuerbachs Besitzer die Bauerlaubnis. Doch auf Grund des 30jährigen Krieges und der Pest musste sich Grienwald nach Österreich zurückziehen. 1634 starb Schloßherr von Eßwurm. Grienwald kehrte nach dem Abklingen der Pestseuche 1639 nach Bayerbach zurück, um sein Gelübde zu erfüllen. Der neue Besitzer Bayerbachs, Wolfgang Wilhelm Ehrenreich von und zu Etzenberg, glaubte an Grienwalds wundersame Heilung erst, als dieser sie in Passau durch ein Beglaubigungsschreiben hatte bestätigen lassen. Daraufhin bestätigte Etzenberg die Schenkung seines Vorgängers und Grienwald erbaute am Fundort des Marienbildes 1640 vorerst eine Holzkapelle. Einige Jahre später konnte der Bau der Wallfahrtskirche beginnen. Als im Jahre 1643 ein Gesandter von Papst Urban VIII, der Kapuzinermönch Anton Marian, durch Bayerbach kam, erfuhr er von der neu aufblühenden Wallfahrt nach Langwinkl. Er zelebrierte eine heilige Messe in Langwinkl, doch Grienwalds Gnadenbild war nicht aufzufinden. Man vermutet, dass es heimlich zu einem Schwerkranken getragen wurde. Daraufhin schenkte der päpstliche Legat der Kapelle ein Marienbild nebst mehreren Reliquien. Während der Bauzeit der Kirche, im Jahre 1649, starb Grienwald als Opfer der Pest. Dennoch wurde unter der Obhut Etzenbergs die Kapelle fertiggestellt und 1686 durch Weihbischof Johannes Maximus eingeweiht. Dem Stil nach muss die gefällige Frühbarockanlage von Bartholomä Viscardi erbaut worden sein. Sie ähnelt der Klosterkirche St. Salvator und dem Vilshofener Stadtturm, die zur selben Zeit von Viscardi erbaut wurden. Von außen zeigt das verputzte Kirchlein eine lebhafte Pilastergliederung. Der Turm hat einen fünfstöckigen quadratischen Unterbau und ist mit einer Zwiebelkuppe abgeschlossen. Im Inneren zieren reichhaltige Stukkaturen und eine Vielzahl von Deckengemälden die Kapelle. In den Deckengemälden werden Geburt, Tod und Himmelfahrt Mariä dargestellt. Der barocke Hochaltar stammt aus der Zeit um 1680 bis 1690. Auf marmornem Unterbau erhebt sich ein stattlicher Stuckaufbau mit zwei Säulen und geschweiftem Gebälk. Den Hintergrund bildet ein Stuckvorhang, der von zwei Hermenenengeln unterhalb des Altargebälks gerafft wird. Zwei lebensgroße Seitenfiguren, St. Leonhard und St. Antonius, flankieren das neuere Altarblatt Mariä Heimsuchung (19. Jahrhundert). Der rechte Seitenaltar aus dem Jahre 1675 stellt St. Anna und Maria mit dem Jesukind dar. Der linke Seitenaltar aus dem Jahre 1730 ist Frührokoko. Er stellt in seinem Altarblatt St. Elisabeth dar. Das ursprüngliche Altarbild Grienwalds ist heute nicht mehr vorhanden, ebenso wie das Altarbild, das einst der päpstliche Legat der Wallfahrtskirche schenkte. Die Darstellung der Maria mit dem Kind, eine 18 cm hohe Terracotta-Statue verschwand in den Wirren des ersten Weltkriegs. Heute steht an ihrer Stelle eine vergoldete, monstranzartige Kapsel in der Nische des Tabernakels am Hauptaltar, eine Nachbildung dieses Gnadenbildes. Im Turm der Langwinklkirche rufen noch heute zwei Glocken aus den Jahren 1715 bzw. 1716 zum Gebet.

Patrozinium: 2. Juli

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