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Das Bullerkreuz

Das Bullerkreuz

An der früheren Verbindungsstraße Malching – Halmstein (alte Halmsteiner Straße) steht nahe des Weilers Bullarn am rechten Wegrand das sogenannte „Bullerkreuz“. Es ist ein ein großes hölzernes Kreuz mit auf Blech gemaltem Christus, geschützt von einer hölzernen Überdachung. Auf einem darunter befestigtem Brett steht geschrieben: „Zum Andenken an Buller Dore † 14.02.1985 im 70. Lj.“

Die Angehörigen von Isidor Bründl, genannt Buller Dori, vom nahen Oberbullarn Gut haben das Kreuz wieder aufrichten lassen und diese Wandtafel angebracht.

Das heutige Kreuz hatte aber mindestens einen Vorläufer, auf dem vermerkt war „18?? ( unleserlich ) errichtet von ( unleserlich ). In welchem Jahr das Bullerkreuz erstmals aufgestellt worden ist, lässt sich daher nicht mehr genau feststellen.

Auf meiner Spurensuche kam mir glücklicherweise der Zufall zu Hilfe. Frau Renate Nemmaier-Wölfel aus Rotthalmünster, deren Großvater Franz Xaver von Bullarn abstammte, besitzt noch eine Kopie eines uraltes Fotos, das vom Tage der Einweihung stammt. Darauf haben vor einem aus Blech gefertigtem Heiland am Kreuze und darunter betend die Muttergottes, neun Personen im Feiertagsgewand Aufstellung genommen. Dabei handelt es sich zweifellos um Johann Baptist Nemmaier vom Unterbuller Hof mit seiner Familie. Da seine ebenfalls abgebildete Ehefrau Elisabeth am 15.Oktober 1896 an Lungensucht verstarb, ist der Zeitpunkt der Aufnahme mindestens in das Jahr 1895 zu setzen.

Die Holzarbeiten übernahm Zimmerermeister Dionys Scheiblhuber, weil er auf dem Foto mit abgelichtet ist (2. von links).

Hauptlehrer Georg Fürst, Schwiegervater von Franz Xaver Nemmaier, hat am 6. März 1921 folgendes Gedicht über das Bullerkreuz verfasst:

An der Straße, die nach Halmstein geht,

steht ein Kreuz von Waldesduft umweht.

Darauf man sieht des lieben Heilands Bild,

unter ihm auch seine Mutter mild.

Daß im nahen Bullarn pflegte man,

frommen Sinn zeigt dieses Denkmal an.

Mög` es bleiben so zu jeder Zeit,

Glück dann wohnt dort und Zufriedenheit!

Mancher Wandersmann schon hat geruht,

auf dem Bänklein nebenan so gut.

Und ein Blick auf`s Kreuz ihm klar erschloss,

zu ertragen mit Geduld sein Los.

Ungeschützt mitten im Wald stehend, setzten stets wechselnde Witterungseinflüsse dem frommen Denkmal immer wieder dermaßen zu, dass schließlich eine grundlegende Renovierung unumgänglich wurde. Als in Malching 1959 eine Nachprimiz anstand, nutzten die Bullerfamilien König und Bründl dieses höchst seltene Ereignis und ließen eine neue Darstellung des gekreuzigten Heilands vom Neupriester weihen.

Pater Paulus Broda (* 1928 in Schlesien † 1970 in Sao Paulo/Brasilien) vom Orden der Pallotiner, feierte am 16. August 1959 in Malching seine Nachprimiz. Er hatte als Flüchtling nach dem 2. Weltkrieg mit seinen Angehörigen bei der Familie Reithmeier in Forstner eine freundliche Bleibe gefunden.

Text: Reinhard Fuchs

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet

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